RegioNetze

Georg Hess ©

DB RegioNetz - ein mittelständisches Unternehmen unter dem Dach der DB AG

Aus der Mittelstandsoffensive der DB AG 2000 hervorgegangen, wirtschaften die RegioNetze der Deutschen Bahn heute als mittelständische Unternehmen. Und zwar sehr erfolgreich: In nur fünf Jahren konnte ein Fahrgastzuwachs von rund 30 Prozent verzeichnet werden.
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Bundesweit gibt es mit der Erzgebirgsbahn (EGB), der Kurhessenbahn (KHB), der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS), der Südostbayernbahn (SOB) sowie der Westfrankenbahn (WFB) fünf Regio-Netze. Zudem gehört der Verkehr der Gäubodenbahn (GBB) zum Leistungsportfolio der Regio-Netze. Hinzu kommt mit demVertriebsservice Ostbayern (VSO) eine Vertriebsabteilung, die in Ostbayern flächendeckend für den Vertrieb von Bahnangeboten verantwortlich ist.

Das Modell

Die Regio-Netze arbeiten unter dem Dach der Deutschen Bahn wie ein mittelständisches Unternehmen. Verkehr und Infrastruktur sind eng miteinander verzahnt. Die verkehrlich-organisatorische Führung dieser dezentralen Regio-Netze obliegt der DB RegioNetz Verkehrs GmbH. Für das Streckennetz und die Verkehrsstationen (Bahnhöfe und Haltepunkte) zeichnet die DB RegioNetz Infrastruktur GmbH organisatorisch verantwortlich. Beide GmbHs haben ihren Sitz in Frankfurt am Main. Der jährliche Umsatz der Regio-Netze beträgt rund 260 Millionen Euro.

Der Weg

Das Streckennetz sowie die Verkehrsstationen wurden durch die einzelnen Regio-Netze jeweils gepachtet. Über Investitionen, Fahrzeugeinsatz, Marketingmaßnahmen und Fahrplangestaltung wird vor Ort in Abstimmung mit den zuständigen Bestellern der Verkehrsleistungen – also den Bundesländern, Verkehrsverbünden oder Zweckverbänden – entschieden. Der Einsatz nebenstreckenadäquater zeitgemäßer Leit- und Sicherungstechnik, ein angepasster Fahrzeugeinsatz, innovative Betriebsprogramme sowie ein effektiver Personaleinsatz tragen zur Optimierung des Verkehrs in den Regio-Netzen bei. Waren vor 2002 im Gebiet der heutigen Regio-Netze noch jährliche Verluste in Höhe von zweistelligen Millionen­beträgen zu verzeichnen, so wird mittlerweile in diesen ausschließlich außerhalb von Ballungsräumen liegenden Netzen ein positives Ergebnis erreicht.

Das Ergebnis

Gemeinsame Investitionen von Bahn, Bund und Ländern in die Gleis- und Sicherungsanlagen sowie für die Neuanschaffung von Fahrzeugen führten zu einer deutlichen Verbesserung der Infrastruktur und zu einer Attraktivitäts­steigerung des Schienenpersonennahverkehrs. Seit 2002 konnte mit rund 30 Prozent mehr Reisenden ein deutlicher Fahrgastzuwachs verzeichnet werden. Gleichzeitig wurde die Verkehrsleistung (Pkm) um 45 Prozent gesteigert. Durch einen sukzessiven Ausbau der Verkehrsleistung und neue Angebote wollen die einzelnen Regio-Netze ihre Fahrgastzahlen auch künftig weiter steigern.